Die falsche Blume / 2015


deutsch/english

DIE FALSCHE BLUME
Ein Märchen von Hermann August Weizenegger

Es war schon Ende Mai des Jahres 1880 in der Gegend von Altendorf nahe Sebnitz in der Sächsischen Schweiz – doch der Winter wollte und wollte kein Ende nehmen. Dicke Eisschichten bedeckten das Land und fast jede Nacht schneite es erneut. Die Menschen waren verzweifelt und man munkelte bereits über eine neue Eiszeit. Selbst das traditionelle Austreiben des Winters zu Fastnacht hatte keine Veränderung gebracht. Die ärmliche Landbevölkerung litt Hunger, die Bauern konnten nicht säen und die Wintervorräte waren fast aufgebraucht. Die einzige Arbeit, die noch Einkommen brachte, war das “blümeln”. Die Bauern saßen zu Hause in ihren Stuben und banden Kunstblumen, welche sie für den Blumenfabrikanten Louis Meiche aus der Stadt Sebnitz anfertigten. Das Geschäft mit den Kunstblumen gedieh zu dieser Zeit prächtig, da die Leute aus der Sebnitzer Gegend sich als sehr geschickt in dem Handwerk erwiesen und ihre Blumen in die ganze Welt exportiert wurden.

Unter den Blumenheimarbeitern war auch das zarte und hübsche Mädchen Lore Albrecht. Sie hatte ihr Handwerk bereits im Alter von acht Jahren erlernt. Ihre Eltern waren früh gestorben und sie lebte nun bei ihrer Großmutter auf einem kleinen Hof, der kaum das Nötigste zum Leben abwarf. Trotz ihres Alters von mittlerweile 21 Jahren war sie noch ungebunden. Von jeher war sie störrisch und dickköpfig gewesen. So kam es ihr eines Tages in den Sinn, nicht nur Blüten nach dem Vorbild der Natur zu fertigen. Angeregt vom Weiß der Schneeglöckchen – ihrer Lieblingsblumen, da sie den Frühling einläuten – ließ sie sich zu den fantastischsten und außergewöhnlichsten Blütenformen hinreißen. Als die Großmutter die ungewöhnlichen Erzeugnisse von Lores Phantasie entdeckte, redete sie streng auf sie ein: Louis Meiche werde ihr solch merkwürdigen Blüten niemals abkaufen, sie seien gegen die Natur. Ihr aller Überleben sei von dem Verdienst abhängig, deswegen solle sie die gleichen Blumen wie immer fertigen, wie es auch alle anderen tun. Lore aber zeigte keine Einsicht. Bei der Auseinandersetzung mit der Großmutter stach sie sich unachtsam mit der Nähnadel in den Finger und das Blut tropfte auf den Rand ihrer weißen Kunstblüten. Nach dem ersten Schreck fand sie Gefallen an der Verfärbung und schließlich versah sie auch alle anderen Blumen mit ihrem Blut. Trotz schwerer Schneestürme machte sie sich am nächsten Morgen auf den Weg nach Sebnitz. Tief gebeugt zog sie ihren mit Kunstblumen beladenen Schlitten durch den Pulverschnee. Nach einigen Stunden mühseligen Wanderns sah sie endlich aus der Entfernung die Umrisse der Manufaktur. Sie hatte sich als einzige des gesamten Umlandes bei diesem stürmischen Wetter auf den Weg gemacht und wurde sofort zu Louis Meiche – von seinen Angestellten heimlich gerne „Geldsack“ genannt – vorgelassen. Als der Geschäftsmann die mit Blut verzierten Kunstblüten des Mädchens sah, war er entsetzt. Solch eine Blume kannte er nicht, sie hatte weder Ursprung noch Namen. Er weigerte sich, die Kreationen anzunehmen und schickte das Mädchen wieder nach Hause. Lore war verzweifelt und bereute nun ihre Dickköpfigkeit. Da der Sturm etwas nachgelassen hatte, beschloss sie, eine Abkürzung über den zugefrorenen Sebnitzer Fluss zu nehmen. Wirre Gedanken schossen ihr durch den Kopf, als sie die Eisfläche betrat. Eigentlich hätte sie Brot von dem Verdienst kaufen sollen und nun stand sie mit leeren Händen da. Wie sollte sie sich und ihre Großmutter in den nächsten Tagen ernähren? Als sie schon fast das andere Ufer erreicht hatte, krachte und knackte es plötzlich im Eis, auf dem sie lief. Lore brach ein und sank bis zum Oberkörper ins Eiswasser. Sie strampelte und versuchte vergeblich, sich zurück aufs Eis zu ziehen. Da kam ihr plötzlich der Flussteufel in den Sinn. Von jeher war sie ermahnt worden, nicht auf dem gefrorenen Fluss zu laufen, um den Teufel nicht zu stören. Nun rief sie in ihrer Verzweiflung laut nach ihm. In seinem Winterschlaf unterbrochen erboste sich der Flussteufel zunächst über das schreiende und um sein Leben kämpfende Mädchen, bekam dann aber doch Mitleid und gab sie mit einem Schub frei.

Zitternd und frierend schleppte Lore sich mit ihrem Schlitten den langen Weg nach Hause, wo sie in der Stube zusammenbrach. In den Armen der Großmutter erzählte das Mädchen mit hohem Fieber, was sie erlebt hatte und starb noch in der selben Nacht. Wie es der Brauch bei verstorbenen Jungfrauen erforderte, fertigte die Großmutter einen Totenkranz. Aus der Not heraus und weil sie nichts anderes hatte, band sie das Gesteck aus Lores Phantasieblumen. Bei der Beerdigung Anfang Juni lag noch immer hoher Schnee. Als der Sarg bei der Prozession zur Kapelle getragen wurde, fegte plötzlich ein Windstoß den Totenkranz vom Sarg. Er wirbelte durch die Luft, bis er seitlich des Weges im Schnee zu liegen kam.

Dann passierte etwas erstaunliches. Vom Kranz aus Lores Phantasieblumen schien sich eine seltsame Wärme auszubreiten. Rings um ihn herum begann der Schnee zu schmelzen. Mehr und mehr zog sich das Eis zurück und verschwand. Schon bald kam der hartgefrorene Erdboden zum Vorschein. Die Menschen blickten sich mit offenen Mündern an. Sie konnten es nicht fassen. Mehr und mehr wich der Schnee um den Leichenzug herum zurück und schon wenige Tage später war der Frühling in die gesamte Gegend eingezogen. Die Menschen konnten aufatmen. Der Winter war endlich vorbei. Lores Kranz aber bekam einen Ehrenplatz im Glaskasten der Kapelle von Lichtenhein. Vermutlich war es der Pastor, der sich nach einiger Zeit getraut hatte, ihn aufzuheben und, wie es von jeher die Tradition war, in die Vitrine zu legen. Den Menschen der Gegend blieb das Ereignis für lange Zeit in fester Erinnerung. In lang anhaltenden Wintern versammelten sie sich in der Kapelle vor dem Totenkranz. Sie schlossen das Mädchen in ihre Fürbitten ein und betrachteten dabei das seltsame Gesteck aus diesen falschen Blumen.



DIE FALSCHE BLUME

Die Kunstblume als Thema und Objekt ist der Ausgangspunkt für Hermann August Weizeneggers umfassendes Gestaltungswerk „Die falsche Blume“. Zugleich ist „Die falsche Blume“ auch der Titel einer Volkssage, mit der der Produktdesigner die zentralen Elemente seines neuen Designwerks auf eine narrative Weise einführt: es geht um die vom Handwerk der Kunstblumenfertigung geprägte Region Sebnitz in Sachsen, die Kunstfertigkeit des „Blümelns“, artifizielle Blüten und die Bewohner der Region mit ihren existentiellen Sorgen und Nöten. Zwei besondere Blüten mit den Namen „Lore“ und „Sebnitzer Flussteufel“, die Weizenegger an die beiden Hauptcharaktere seiner Sage anlehnt, ziehen sich als Leitmotive durch die gestalteten Objekte, zu denen Porzellangeschirr, eine Vase, Tapeten, Teppiche und Tuchwaren, Möbel sowie eine Leuchte zählen. Mit den beiden Blumen verleiht der Designer zugleich zwei komplementären Prinzipien seines Schaffens Ausdruck, einem rationalen und konstruierten einerseits und einem intuitiven und leidenschaftlichen andererseits. Über die Narration vermittelt der Gestalter hier fiktiv eine Bedeutungswelt, welche gleichwohl in reale kulturelle und ökonomische Zusammenhänge eingreift: Die blütenverzierten Objekte der verschiedenen Produktsparten werden in tatsächlichen Kooperationen mit ansässigen Manufakturen und Herstellern realisiert, während die lokalen Indikatoren der Sage eine Möglichkeit der Identifikation für die sächsische Region bereitstellen. Das Designwerk schafft somit eine Plattform für die einzelnen Produzenten, welche als eigenständige Akteure auftreten. Die „Die falsche Blume“ lässt eine aktualisierte Gegenwart der Kunstblumenherstellung entstehen, die viel mehr ist als nur ein Denkmal für eine vom aussterbende bedrohte Handwerkstradition.
Seit dem frühen 19. Jahrhundert ist das Kunstblumenhandwerk in der Gegend um das sächsische Sebnitz ansässig. Um gestiegene Importzölle zu umgehen, siedelten sich damals die Produktionsstätten in der Region nahe der ehemaligen böhmischen Grenze an. Heute noch ist im Gebiet um die „Seidenblumenstadt“ Sebnitz eine der letzten Manufakturen für Kunstblumen weltweit beheimatet.
In Zusammenarbeit mit der Deutschen Kunstblume Sebnitz schuf Weizenegger die zwei Kunstblumen, die den Gestaltungskosmos „Die falsche Blume“ motivisch tragen: Die Blume „Lore“ mit weißen abgerundeten und sanft geformten, verletzlich wirkenden Blütenblättern, und die dunkle Blume „Sebnitzer Flussteufel“, mit einem geheimnisvollen und widerspenstigen Anmuten. Der Aufbau der beiden Blüten setzt jeweils eine von zwei gegensätzlichen Kräften ins Werk, welche die gestalterische Arbeit Weizeneggers antreiben und sich in seinen inhaltsreichen Produktarrangements noch im kleinsten Detail spannungsreich ergänzen: Während das Innenleben der Blume „Lore“ mit ihrer architektonisch-regelmäßigen Anordnung der Blütenstempel eine konstruierende und rechnerisch planende Seite des Gestaltens versinnbildlicht und die ingenieurhafte Aspekte unterstreicht, verkörpert die Flussteufel-Blüte das Prinzip unüberlegter Leidenschaft und Spontaneität, denn Intuition und Bauchgefühl sind in der Disziplin Design grundlegend.
Bei der Designarbeit wurden Referenzen zur kulturellen Rolle von Blumenmotiven berücksichtigt, etwa die Bedeutung floraler Themen im Kunsthandwerk und der traditionelle Umgang mit Blumenmustern. So experimentiert Weizenegger beispielsweise mit dem Sujet des Motivrapports auf Wandtapeten und Haustextilien, sowie mit dem ikonisch gewordenen Zwiebelmuster des Meissener Porzellans. Reflektiert wird auch das Blumenmotiv in der Volkskunst, wie es sich etwa mit Stickereien auf Trachtenkleidung – beispielsweise auf Hauben, Tüchern und Röcken der sorbischen Tracht – und mit gemalten oder geschnitzten Verzierungen auf Bauernmöbeln findet. Immer wieder wird der traditionelle Umgang mit dem Floralen jedoch durch das Zulassen von High-Tech und Fortschritt subvertiert, sei es bei den Herstellungsverfahren selbst oder durch die – erst auf den zweiten Blick erkennbare – grafische Modifizierung von Blumenmotiven. Im Verhältnis zu dem von ihm gestalteten Kosmos nimmt der Designer die ungewöhnliche Rolle eines Regisseurs ein, der Objekte und Akteure gleichermaßen narrativ inszeniert, um sie schließlich real miteinander in Beziehung zu setzen. Wie schon mit früheren Projekten Weizeneggers – „Hotel Dresden“, „Merkwürdigkeiten des Sehens“ oder „Prinz von Amundo“ – bezieht der Produktgestalter bei seinem Kunstblumenprojekt die Produktionsbedingungen verantwortungsvoll in die Konzeptionierung und Entwicklung mit ein. Entgegen globalen Produktionszwängen findet eine Stärkung von lokalen Herstellungskontexten, von Manufaktur und Handwerk stat. Die Bearbeitung des Kunstblumenthemas vermittelt zudem regionale Identität. Das Blumenmotiv repräsentiert symbolisch die Region Sachsen. Weizeneggers gestalterischer Ansatz in „Die falsche Blume“ erinnert an die umfassende ästhetische Geste, die das Werk des englischen Textildesigners, Poeten und Aktivisten William Morris im 19. Jahrhundert erkennen ließ. Und auch dieser legte Wert auf soziale Verantwortung bezüglich der Herstellungsprozessen seiner Produkte.
Im Sommer 2015 zeigte das Dresdner Kunstgewerbemuseum in Schloss Pillnitz an der Elbe die von Weizenegger im Zusammenhang mit seinem Projekt entwickelte Ausstellung „Die falsche Blume. Ein Designmärchen von Hermann August Weizenegger“. Grundkonzept der Ausstellung ist eine kreisförmige Anordnung von Produktszenarien in voneinander abgetrennten Kammern, die in der Draufsicht an Tortenstücke, oder vielmehr an die geometrischen Kompartimente eines Blütenkelches errinnern. In sieben Bildkonfigurationen wurden die Produkte dabei in narrativer Weise exponiert. Sie zeigten jeweils eine Szenerie des Märchens, beginnend mit dem „Blümeln“ in der Bauernstube, und schließend mit dem Tod der Lore, dem Hereinbrechen des Frühlings und der Durchführung der religiösen Bräuche in den drei letzten Szenenbildern. Mit einer Komposition für Klavier und Geige sowie Elementen des Balletttanzes fügte Weizenegger seinem Designmärchen eine performative Dimension hinzu und führt die Volkssage damit in die Hochkultur ein. Die Bandbreite der Produkte erstreckt sich unter anderem über Jacquard-Textilien der Firma Curt Bauer, für die Weizenegger ein subversives Dekor mit dem Gleichzeitigen Anmuten von Brokat und Röntgenaufnahmen entwickelte; sowie eine Leuchte, die die Tradition der Spitzenherstellung innovativ mittels des High-Tech-Verfahrens der programmierten Spiralwickeltechnik für das Unternehmen Weissfee inszeniert. Eine mit den Einzelszenen der Sage „Die falsche Blume“ verzierte Dekorplatte entstand in Zusammenarbeit mit der Porzellanmanufaktur Meissen, ebenso sowie Teller und ein Serviettenring. Ein Bauernstuhl mit Blumenschnitzereien bringt die traditionelle Holzschnitzerei aus dem Erzgebirge ins Spiel. Eine Blumenvase wiederum, welche das sogenannte – mit Glasätztechnik gefertigte – Arsall-Glas wiederbelebt, das Anfang des 20. Jahrhunderts in Weißwasser kultiviert wurde und Techniken des französischen Glas- und Keramikkünstlers Émile Gallé aufgriff, brachte die Kooperation mit Glas-Ingenieur Gotthard Petrick in Weizeneggers Designwerk ein.

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die großzügige beteiligung folgender Betriebe:
· Augustus Rex ® Erste Dresdner 
  Spezialitätenbrennerei GmbH
· Color Textil – Ein Unternehmensbereich der
  Peppermint Holding GmbH
· Curt Bauer GmbH
· Deutsche Kunstblume Sebnitz
· Gotthard-Glas
· Heinz Möbelbau in Handarbeit
· Jende Posamenten Manufaktur
· Krebes Raumausstattung & Polsterei
· Kristallglasmanufaktur Theresienthal GmbH
· Meissen Couture ®
· Parkettlegemeister Gunter Ludwig
· PTZ-Prototypenzentrum GmbH
· Rohleder Möbelstoffweberei GmbH
· Sitzmöbelhandwerk Oelsa eG
· Weissfee GmbH
· Welter ® Manufaktur für Wandunikate

Choreographie
· Jorge Morro

Tanz
· Bina: Kseniya Pogorilyak
· Flussteufel: River devil: Jorge Morro
· Großmutter: Grand Mother: Clara von Engelhardt
· Geldsack: Alexander Stockinger
· Bauernjunge: Till Stöver

Komposition und Geige
· Artiom Ordiyants

Klavier
· Maria Eshpai

Kamera und Schnitt
· Richard Rossmann




deutsch/english

The False Flower
A Design Fairy Tale by Hermann August Weizenegger

It was already the end of May in the year 1880 in the region of Altendorf near Sebnitz in the Sächsische Schweiz, Saxon Switzerland – but winter simply would not come to an end. Thick layers of ice covered the country, and it snowedanew almost every night. The people were in despair, already muttering about a new Ice Age. Not even the traditional Shrove Tuesday rituals to drive out winter brought about a change. The povertystricken country folk suffered hunger, the farmers could not sow their seed, and winter provisions were almost exhausted. The only work that brought in any income was “Blümeln” – making artificial flowers. The peasantry sat at home and bound artificial flowers for Louis Meiche’s flower factory in the town of Sebnitz. The artificial flower business boomed at the time, since the people from the Sebnitz region showed great skill in the handicraft, and their flowers were exported throughout the world.

Among the cottage workers making the flowers was a daintily pretty girl, Lore Albrecht. She had already learned her craft by the time she was eight years old. Her parents died when she was young and she lived with her grandmother on a small farm, which barely produced the necessities of life. Although already 21 years of age, she was still unattached. She
had always been stubborn, with a determined mind of her own. So it was typical that one day she had the idea not only of making flowers that imitated nature. Inspired by the white of snowdrops – her favourite flowers since they heralded the spring – she gave full rein to her imagination and created the most fantastic and extraordinary floral forms.

When her grandmother discovered the unusual products of Lore’s imagination she gave her a good scolding: Louis Meiche would never buy such weird flowers from her, they were against nature. Their entire livelihood depended on her earnings from this trade, thus she should make the same flowers as everyone else had always done. But Lore demurred. In a careless
moment while arguing with her grandmother, she pricked her finger with her sewing needle and the blood dripped onto the edge of her white, artificial flowers. Startled at first, she came to like the colouration and eventually dyed all her other flowers with her blood.

Despite heavy blizzards, next morning she set off to Sebnitz. Stooping low she pulled the sledge loaded with artificial flowers through the powdery snow. After several hours of laborious effort dragging her way through the snow, she at last saw the outline of the factory in the distance. She was the only one in the entire region to brave the gales and blizzards to get there and was immediately sent to Louis Meiche – whom his employees liked to call “Moneybags” behind his back. When the businessman saw the girl’s artificial flowers decorated with blood he was horrified. He had never encountered this kind of flower, it had neither origin nor name. He refused to accept the creations and sent the girl home.

Lore was in despair and now regretted her stubbornness. Since the storm had abated a little, she decided to take a short cut across the frozen Sebnitz river. Wild, confused thoughts flashed through her mind as she stepped onto the ice. She was supposed to buy bread with her takings and was now left with empty hands. How could she feed herself and her grandmother in the next few days? She had almost reached the other bank of the river when the ice suddenly cracked under her. Lore fell through the ice and found herself submerged up to her chest in icy water. Struggling in vain to drag herself back onto the ice, she suddenly thought of the river devil. She had always been warned never to walk on the frozen river so as not to disturb the devil. Now, in her despair, she cried out to him loudly. Rudely awakened from his hibernation, at
first the river devil was furious with the girl, who was yelling and fighting for her life, but in the end showed pity and rescued her, thrusting her back onto the ice.

Shivering, freezing cold, Lore dragged herself and her sledge the long way home and collapsed in the parlour. In her grandmother’s arms the girl, now in a fever, told of what she had experienced and died the same night.

As was the custom for girls who died as virgins, the grandmother made a funeral wreath. Having nothing else, she had to to bind a wreath out of Lore’s fantasy flowers. Deep snow still covered the land at the funeral in early June.


As the coffin was being carried in procession into the chapel, a sudden gust of wind blew the funeral wreath off the coffin. It whirled through the air until it came to rest in the snow at the wayside.

Then something astonishing happened. A strange warmth seemed to exude from the wreath and Lore’s fantasy flowers. Round about it the snow began to melt. The ice withdrew more and more and disappeared, soon revealing the hard, frozen earth. The people looked at one another, mouths agape; they could not believe what they were seeing. The snow retreated more and more around the procession, and a few days later spring arrived throughout the entire region. The people could heave a sigh of relief. Winter was over at last.

Lore’s wreath was given a place of honour in the glass cabinet in the chapel of Lichtenhain. It was probably the pastor who eventually dared to pick up the wreath, and, keeping to the age-old tradition, placed it in the glass cabinet. The local people remembered this event for years afterwards. In long winters they used to gather in the chapel in front of
the wreath. They included the girl in their intercessions, gazing all the time at the strange wreath made of the false flowers.



THE FALSE FLOWER

The artificial flower as a theme and object forms the starting point of Hermann August Weizenegger’s comprehensive design work “The False Flower”. At the same time, “The False Flower” is also the title of a folk legend, with which the product designer introduces the central elements of his new design work in a narrative way. The focus is on the craftsmanship of artificial flower production, a tradition in the region around Sebnitz in Saxony, and the virtuosity of “blümeln”, or “flowering”, as it is known, as well as artificial flowers and the inhabitants of the region with their existential worries and needs. Two specific flowers that Weizenegger named “Lore” and “Sebnitzer Flussteufel” in homage to the two main characters of the tale form the common thread of the designed objects, which include porcelain crockery, a vase, wallpaper, rugs and textiles, as well as furniture and a luminaire. At the same time, with these two flowers the designer gives expression to the two complementary principles of his creativity, one rational and structured on the one hand, and one intuitive and passionate on the other. Through his narration, the designer conveys a fictitious world of meaning, which nevertheless dips into actual cultural and economic correlations: The floral objects from the various product segments are created in cooperation with local artisans and manufacturers, whilst the local references of the folk tale provide a possibility for identification for the region of Saxony. The design work thus creates a platform for the individual producers, who appear as independent actors. “The False Flower” enables the emergence of an updated present for artificial flower production, which is far more than just a monument to a dying tradition of craftsmanship.

Artificial flower production has been a feature of the Saxon region of Sebnitz since the early 19th century. In order to avoid increased import duties, at that time production sites were based in the region closest to what was then the Bohemian border. And it is in this area, around the “silk flower town” of Sebnitz, that one of the last workshops for artificial flower production is based.
It was in cooperation with this workshop, the “Deutsche Kunstblume Sebnitz”, that Weizenegger created the two artificial flowers that form the motifs of the design cosmos that is “The False Flower”: the “Lore” flower, with its white, rounded and softly shaped, fragile-seeming petals, and the dark “Sebnitzer Flussteufel”, with its secretive and rebellious appearance. The creation of each of the two flowers set in motion one of the two contrasting forces driving Weizenegger’s design work, and they thrillingly complement each other in his rich product arrangements right down to the finest detail: whilst the inside of the “Lore” flower, with its architectonically regular pistil arrangement, epitomizes a structured and meticulous side of design and emphasizes the engineering-related aspects, the “Flussteufel” flower embodies the principles of impetuous passion and spontaneity, since intuition and instinct are fundamental to the discipline of design.
In his design work, Weizenegger took into account references to the cultural role of flower motifs, for example the significance of floral themes in craftsmanship and the traditional approach to floral patterns. Thus he experiments, for example, with the subject of repeated themes on wallpaper and home textiles, as well as with the now iconic onion pattern of Meissen porcelain. The floral motif is likewise reflected in folk art, as is evident in embroidery on traditional costumes – on the bonnets, foulards and skirts of Sorbian dress, for example – and in painted or carved motifs on cottage furniture. Time and again, though, the traditional approach to florals has been subverted by the spread of technology and progress, be it in the manufacturing process itself or through the graphic modifications to floral motifs that are only recognizable at second glance. In relation to the cosmos he has created, the designer takes the unconventional role of a director, who stages the objects and actors in equally narrative fashion in order to ultimately place them in real relationships with one another. As with Weizenegger’s earlier projects – “Hotel Dresden”, “Strangeness of Seeing” and “Prince of Amundo” – with his artificial flower project, the product designer responsibly roots the conditions of production firmly in the planning and development. In contrast to global production drives, his projects result in the reinforcement of local manufacturing contexts involving workshops and artisans. The use of the artificial flower theme also conveys regional identity, and the flower motif symbolically represents the region of Saxony. Weizenegger’s creative approach in “The False Flower” is reminiscent of the comprehensive aesthetic gestures that characterized the work of the English textile designer, poet and activist William Morris in the 19th century. He too placed emphasis on social responsibility in relation to the manufacturing processes behind his products.

In the summer of 2015 the Museum of Arts and Crafts in Dresden’s Pillnitz Palace on the River Elbe showed the exhibition Weizenegger developed in correlation with his project: “The False Flower. A Design Fairy Tale by Hermann August Weizenegger”. The basic concept of the exhibition is a circular arrangement of product scenes in separate spaces, structured almost like slices of a cake, or rather the geometric compartments formed by the petals of a flower. Here the products were exhibited in a narrative way in seven image configurations. Each shows a scene from the fairy tale, beginning with the “blümeln” in the cottage and ending with the death of Lore, the emergence of spring and the practice of religious customs in the three final scenes. With a composition for piano and violin, as well as elements of ballet, Weizenegger also adds a performative dimension to his fairy tale and thus takes the folk legend into the sphere of high culture. The breadth of products ranges from Jacquard textiles from the company Curt Bauer, for which Weizenegger formulated a subversive décor with the parallel undertones of brocade and X-ray images, and a luminaire, which innovatively presents the tradition of first-class workmanship by means of the high-tech procedure of programmed coil-winding for the company Weissfee. A decorative dish depicting the individual scenes of “The False Flower” story was developed in cooperation with the Meissen porcelain factory, along with plates and a napkin ring. A rustic chair with carved flower motifs brings into play the tradition of woodcarving from the Erzgebirge region. Also featured is a flower vase, which revives the so-called “Arsall glass” – including glass etching – that was cultivated at the beginning of the twentieth century in the town of Weisswasser and applied techniques by the French glass and ceramics artist Émile Gallé. With this object, the designer also incorporates a collaboration with glass engineer Gotthard Petrick into his work.

The exhibition os taking place through the generous support of the following firms:
· Augustus Rex ® Erste Dresdner 
  Spezialitätenbrennerei GmbH
· Color Textil – Ein Unternehmensbereich der
  Peppermint Holding GmbH
· Curt Bauer GmbH
· Deutsche Kunstblume Sebnitz
· Gotthard-Glas
· Heinz Möbelbau in Handarbeit
· Jende Posamenten Manufaktur
· Krebes Raumausstattung & Polsterei
· Kristallglasmanufaktur Theresienthal GmbH
· Meissen Couture ®
· Parkettlegemeister Gunter Ludwig
· PTZ-Prototypenzentrum GmbH
· Rohleder Möbelstoffweberei GmbH
· Sitzmöbelhandwerk Oelsa eG
· Weissfee GmbH
· Welter ® Manufaktur für Wandunikate
Choreography 
Jorge Morro

Dance 
Bina: Kseniya Pogorilyak
River devil: Jorge Morro
Grand Mother: Clara von Engelhardt
Moneybags: Alexander Stockinger
Country lad: Till Stöver
Composition and Violin
· Artiom Ordiyants

Piano
· Maria Eshpai

Camera and eding
· Richard Rossmann